Notizen zur Kirche Bergmatting

Die kleine Dorfkirche wurde um das 14. Jahrhundert erbaut. Das Kirchenschiff weist eine asymmetrische Form auf, in der nur ein Seitenaltar Platz hat. An der Südseite des Kirchenschiffs fällt die schöne alte Kanzel auf, die aber kaum mehr genutzt wird. Der nördlich angebaute Turm mit 4 quadratischen Stockwerken ist gotischen Urspungs und beherbert auch die Sakristei.
Der Patron der Bergmattinger Kirche ist der hl. Leodegar.

Hochaltar

Er ist eine hölzerne Rokokonachbildung und enthält in der Mitte die Darstellung des hl. Herzen Jesu auf rotem Hintergrund. Das Altarbild soll Reliquien der Martyrer Urbanus und Faustonius enthalten, wie 1772 in Rom ausgestellte Urkunden vermerken.
Unterhalb finden sich 2 größere und 2 kleinere 4 Heiligenfiguren, die den hl. Nikolaus (Symbol: Kugeln), den hl. Wolfgang, den hl. Sebastian und den hl. Leodegar darstellen.
Nach Aufzeichnungen des Sinzinger Pfarrers Erb aus dem 19. JH stand hier früher ein Flügelaltar.

Seitenaltar

Der Seitenaltar ist eine Schöpfung der Barockzeit.
Er zeigt die Figur der Gottesmutter in angedeutetem Strahlenkranz, etwa aus dem 14./15. Jahrhundert.
Die Figuren oben auf dem Altarsims stellen den hl. Nikolaus, den hl. Wolfgang sowie den hl. Josef (Symbol: Lilie) dar.

Notizen zur Geschichte v. Bergmatting

Bergmatting zählte im Mittelalter wie Dürnstetten, Reichenstetten und andere kleine Weiler zur Herrschaft und zum Pflegeamt Laaber. Um 1500 wurde Bergmatting dem neugeschaffenen Fürstentum Pfalz-Neuburg zugeschlagen. Der dortige Fürst war ein Anhänger der neuen Lehre Luthers; er veranlasste mit harschen Methoden seine Untertanen zum Übertritt ins Luthertum.

Folgen: Zerschlagung katholischer Altäre, Plünderungen der bestehenden Kirchen, Entweihung kath. Kultstätten; allmähl. Umdenken im Volk.
Bergmatting wurde daraufhin lutherische Filialkirche des Pfarrsprengels Nittendorf.
Rund 100 Jahre später setzte jedoch eine Re-Katholisierung ein, die etwa um 1650 abgeschlossen war. Das Kloster Prüfening erhielt die ehemaligen Pfründe zurück und damit auch wieder Bergmatting.
In einer Matrikel des Bistums Regensburg ist unter Nittendorf, das zu dieser Zeit zum Pflegeamt Laaber zählte, 1665 beschrieben: ...´Capella S. Stephani zu Bergmättig, altare unum...´.

Nach der Säkularisation bekam dann der Pfarrer von Sinzing die Seelsorge für die Bergmattinger anvertraut. 1947 wurde Bergmatting der Pfarrkuratie Viehhausen zugeordnet, die damals noch zur Pfarrei Eilsbrunn gehörte. Politisch gesehen wechselte B. mit der Gebietsreform 1972 vom Kreis KEH zum Landkreis Regensburg über und wurde Teil der Großgemeinde Sinzing. Heute ist das Gotteshaus Bergmatting eine Filialkirche der seit 1979 selbständigen Pfarrei Viehhausen.